20.02.2013 / Allgemein / /

Familien gehören in die Verfassung

Wenn wir Eltern stärken und ihnen die Wahlfreiheit in der Organisation ihres Alltag geben wollen, müssen die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Deshalb sage ich Ja zum Familienartikel. Wer arbeiten geht und gleichzeitig die Kinderbetreuung organisieren muss, merkt leider oft, dass es vielerorts an familien- und schulergänzenden Betreuungsangeboten fehlt. Der Verfassungsartikel schafft die Grundlage dafür, dass die Rahmenbedingungen verbessern werden.

Wenn sich Eltern dafür entscheiden oder sich dafür entscheiden müssen, auf externe Betreuungsangebote zurückzugreifen, sollen sie aber auch wählen können, wem oder welcher Kita sie ihr Kind anvertrauen wollen. Kurz: um Wahlfreiheit. In der Schweiz gibt es nebst den öffentlichen auch private Kitas. So haben wir bei der Suche nach einem Kita-Platz für unsere Kinder ganz verschiedene Angebote entdeckt: zum Beispiel eine Waldkita, eine Montessori-Kita, eine mehrsprachigen Kita – dank privater Initiative waren sie entstanden. Ich bin froh, dass wir als Eltern darüber entscheiden können, in welche Kita unsere Kinder gehen – und dass das Angebot so vielfältig wie möglich ist. Die Vorstellung, mit dem Familienartikel wolle sich der Staat alle Kinder schnappt und indoktriniert ist ebenso absurd wie staatliche gegen private Kitas auszuspielen. Beide braucht es, beide sind gut – die Eltern sollen wählen können.

Dank der Einführung von Betreuungsgutscheinen hat sich in Luzern das Angebot an Krippenplätzen massiv erhöht. Hoffen wir, dass auch Bern nächstes Jahr endlich Betreuungsgutscheine einführen kann. Damit machen wir einen Schritt zu mehr Elternmitbestimmung bei der Kindererziehung– und zu mehr Chancengleichheit zwischen staatlichen und privaten Betreibern.